Andreas Neider

Dozent und Autor für Anthroposophie, Spiritualität, Meditation und Medienpädagogik

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Interview mit Hester Melzer-Anschütz von der holländischen Zeitschrift "Motief", Februar 2015

1.      Warum haben Sie ihr Buch ´Der Mensch zwischen Über- und Unternatur´ geschrieben? Es scheint mir speziell für Anthroposophen geschrieben zu sein, da es mir schwer zu folgen scheint, wenn man keine anthroposophischen Vorkenntnisse hat. Was Sie beschreiben ist auch sehr stark auf die Erkenntnisse von Rudolf Steiner gegründet. Man muss halt alles was Steiner gesagt hat als war annehmen, vor man glauben kann was Sie schreiben. Was hoffen Sie mit Ihrem Buch zu erreichen? Sie schreiben in Ihrem Nachwort, dass das Internet eine Rolle gespielt hat, dass die Anthroposophie nicht weiter verbreitet wurde, können Sie darüber was sagen, wie Sie das genau sehen?

Ja, in der Tat, das Buch ist in erster Linie für Menschen geschrieben, die die Anthroposophie schon kennen. Es lag mir daran, dieses Thema zunächst intern zu behandeln, bevor ich es dann in meinem nächsten Buch „Aufmerksamkeitsdefizite“ auch für eine breitere Öffentlichkeit behandelt habe.

Der Ausgangspunkt war zunächst meine Beschäftigung mit den Jugendmedien, der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur, den diesbezüglichen Kinofilmen und Computerspielen. Ich stieß bei meiner siebenjährigen Forschungsarbeit (2005-2012) und Beschäftigung mit den Themen dieser Literatur etc. auf bestimmte Motive, die alle im Zusammenhang mit dem von Steiner voraus gesagten „Erwachen des Bewusstseins im Ätherischen“ zusammen hängen. Es ging mir darum, zunächst die Menschen, die von diesem „Erwachen“ bereits etwas wissen, dadurch, dass sie die entsprechenden Aussagen Steiners kennen, auf diese Entwicklungen in der Medienwelt aufmerksam zu machen.

2.      Einige Verständnisfragen:

a.       Was ist eine ‘ahrimanische Doppelgänger´ und gibt es auch andere Doppelgänger und was würde dann die Unterschiede sein?

Es gibt zwei Doppelgänger: den von Steiner oftmals erwähnten „luziferischen Doppelgänger“, der in der Auseinadersetzung mit der Schwelle zur geistigen Welt bewusst wahr genommen wird, normaler Weise uns aber unbewusst beherrscht. Und den „ahrimanischen Doppelgänger“, der im Nervensystem in Form der Elektrizität auftritt und der zugleich geographischen Einflüssen (Erdmagnetismus) unterliegt. Durch diesen werden wir vor allem im Umgang mit der digitalen Technik stark beeinflusst, d.h. wir werden an die Geräte, Handys, PC etc. gefesselt.

b.      Was sind Ihre Meinung nach ‘ätherische Kräfte’ und was ist die ätherische Welt? Was sind ‘freie ätherische Kräfte’ und wie entstehen die?

Diese Frage kann ich in Kürze nicht beantworten. Dazu habe ich ja Einiges in den beiden genannten Büchern ausgeführt. Kurz gesagt sind „freie Kräfte“ verwandelte Lebenskräfte. Die unseren Leib formenden und gesund erhaltenden Lebenskräfte verwandeln sich ab einem bestimmten Lebensalter in der Kindheit und werden frei als Denk- und Vorstellungskräfte.

c.       Ziel von den bösen Geistern ist, so schreiben Sie, die freien ätherischen Kräfte zu beherrschen. Warum ist das so und was versuchen die Geister damit zu erreichen?

Luzifer und Ahriman, die Widersachermächte bedienen sich der seelischen Kräfte des Denkens und Vorstellens, wenn der Mensch diese nicht frei beherrschen lernt. Solange der Mensch unfrei ist, kann Ahriman dem Menschen vorgaukeln, die Welt um ihn herum bestünde nur aus Materie. Luzifer aber verführt den Menschen, indem er ihm vorgaukelt, sein niederes Ich sei sein eigentliches Wesen. Alles dieses verläuft in der Vorstellungswelt unseres Bewusstseins, solange diese nicht frei gehandhabt werden kann.

d.      ´Geistbewustsein kann nur da auftreten wo Natürliches zurückgedrängt wird.´ Könnten Sie mir das erklären?

Geist ist nicht Materie, das ist die Grundlage dafür. Das heißt, wenn Geist bewusst werden soll, dann muss an diesem Ort die Materie so erscheinen, dass sie ihre Eigentätigkeit, das ist aber das Leben, zurückstellt. Deshalb kann der Geist im Menschen überall da bewusst werden, wo Materie abstirbt, das heißt ihr Eigenleben zurückstellt. Das ist insbesondere in unserem Nervensystem der Fall.

e.       Wie ist Internet eine Unternatur? Und was macht das Internet genau mit den freien Kräfte des Ätherleibes?

Das Internet und alle digitalen Technologien sind ähnlich aufgebaut wie unser Nervensystem und Gehirn. Die diesen Technologien zugrunde liegenden elektrischen Ströme bezeichnet Steiner als „Unternatur“ weil sie nicht sinnlich wahrnehmbar sind. Durch die Nutzung der digitalen Technologien wird die Verwandtschaft zwischen unserem Nervensystem und der Technik betont. Dabei überwiegen im Menschen die absterbenden Kräfte, die den Lebenskräften entgegengesetzt wirken.

2.      Sehen Sie bei den Menschen um Sie herum, bei den Jugendlichen zB, auch das Sie wie geimpft sind gegen das Spirituelle? Also werden Ihre Folgerungen, dass es in der heutigen Welt um eine Art von Impfung gegen das Spirituelle handelt, begründet in die reale Welt? Haben Sie Beispiele davon?

Die „Impfung gegen das Spirituelle“, von der Steiner spricht, erfolgt wie eine normale Impfung, d.h. mit dem „Erregerstoff“, also mit spirituellen Inhalten. Aber es sind eben keine wahren spirituellen Inhalte, sondern in der Regel Gegenbilder des eigentlich Spirituellen. Durch den Konsum dieser Gegenbilder aber werden die Konsumenten immun gegen das wahre Spirituelle.

Aber: nicht alle Jugendlichen lassen sich impfen! Bei vielen bleiben die „Impfstoffe“ unwirksam, und sie erwachen dann eben doch für die eigentliche geistige Welt, weil sie ja alle in ihr beheimatet sind!

4.      Über was wir tun können gegen die bösen Mächte:

a.       Sie beschreiben wie die heutigen Medien mit der verzerrten Form von der übersinnlichen Welt den Jugendlichen ein falsches Bild davon zeigen. Würde es Jugendlichen helfen die reine ätherische Welt kennenzulernen wenn mehr Medien aus der populären Kultur Bilder zeigen würden wo auch die Übernatur ein Platz bekommt und wo die Unternatur nicht eine Welt sein würde, wo die Geister der Finsternis noch Herrscher sind? Würden Sie ein Beispiel davon haben, wie hätten Sie Herr der Ringe ausgehen lassen oder Harry Potter, sodass es ein richtiges Bild gegeben hat von der ätherische Welt sowie Steiner die beschreibt?

b.      Was kann man tun um Jugendlichen zu helfen im guten Kontakt mit der geistigen Welt zu kommen, also wie schützt man sie für die falsche Bilder?

Ich denke, dass es wichtig ist, mit Jugendlichen über ihre eigenen geistigen Erfahrungen, die viele von ihnen ganz real und immer wieder haben, zu sprechen. Auch von der geistigen Welt, zum Beispiel der Welt der Ungeborenen und der Welt der Verstorbenen und auch von der Reinkarnation sollte man mit den Jugendlichen bei passender Gelegenheit offen sprechen. Nur dadurch kann verhindert werden, dass die Jugendlichen mit ihren Fragen allein bleiben und sie dadurch manipulierbar werden durch falsche Bilder der geistigen Welt.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass vor allem im HdR viele wahre Bilder des Übersinnlichen enthalten sind. Aber auch diese müssten besprochen werden.

3.      Sie beschreiben Hitler und sein Nationalsozialistische Bewegung als deutlichen Kräften, gesteuert von den Bösen Geistern, ein von den Geistern der Finsternis inszenierter Gegenangriff. Ist das Ihre eigene Schlussfolgerung und Auslegung, oder was oder wem liegt daran zu Grunde?

Über diese Frage ist schon viel publiziert worden. Ich kann darauf hier in Kürze nicht wirklich eingehen. Aber es ist ein immer wieder auftauchendes Motiv in der historischen Forschung, dass Hitler zumindest eine gespaltene Persönlichkeit, wenn nicht eine besessene Person war, die von etwas Fremdem so eingenommen war, dass er dadurch wie verwandelt, ja besessen wirkte. Und diese Besessenheit wirkte auf viele Menschen seiner Umgebung, die an sich hoch intelligent waren, wie magisch anziehend.

6.      Haben Sie eine Idee wie man die Islamitische Staat-Terroristen was entgegen setzen könnte, dass wir das Böse von denen überwinden könnte? Und ist es ahrimanisch oder eher luziferisch, was da geschieht – auch mit dieser Weise worauf sie das Internet benutzen?

Man muss den Islam von seinen mittelalterlichen Überresten befreien, so wie das auch bei der katholischen Kirche in bestimmtem Ausmaße notwendig ist. Die Frage ist, wie das geschehen kann. Man sollte dem Islam gegenüber die fortschrittlichen Kräfte unterstützen und die negativen, reaktionären Tendenzen abwehren, aber im Sinne einer Hilfeleistung, das heißt eines Gesundungsprozesses, die Selbstheilungskräfte stärken.

7.      Gibt es neben Steiners Geisteswissenschaft noch andere mögliche Formen, oder Methoden, die uns als Menschen helfen können auf die richtige Art und Weise im Kontakt mit der geistigen Welt zu kommen und haben sie ein Beispiel davon, oder ist Anthroposophie die einzige Antwort für die ganze Menschheit?

Anthroposophie ist keine Lehre oder gar ein Besitzgegenstand. Anthroposophie ist eine geistige Tätigkeit, die jeder Mensch in sich erwecken kann. Es geht also darum, den Menschen den Weg zu ihrer innersten geistigen Tätigkeitsquelle zu eröffnen. Insofern andere spirituelle Bewegungen dieses auch tun, befindet sich die Anthroposophie in einer menschheitlichen Geistgemeinschaft.

8.      Haben Sie Hoffnung, dass wir die Streit gewinnen werden oder nicht? Und was machen Sie selber in der Umgang mit Internet und Computers?

Dieser Streit, der in der Apokalypse des Johannes ausführlich dargestellt wird, ist keine Sache von Jahrhunderten, sondern von Jahrtausenden. Er wird also noch sehr lange weiter gehen. Wie er ausgehen wird, hängt von jedem einzelnen Menschen ab, aber eben über zahlreiche Erdenleben hinweg.

Den Umgang mit PC und Internet beherrschen zu lernen, das ist nur die allererste Bewährungsprobe in diesem Kampf, der uns noch viel weiter gehend mit dem Maschinellen in Beziehung bringen wird, so wie wir uns das heute noch nicht vorstellen können. Die Science-Fiction-Literatur ist voll von diesbezüglichen Visionen.

Mein persönliches Verhältnis ist so, dass ich versuche, mich von den Geräten und dem Internet nicht beherrschen zu lassen. Aber es ist nicht so, dass mir dass immer gelingen würde. Sonst wäre es ja auch kein Kampf.